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Nicht viel. Offenheit, Neugier und Freude am Lernen sind ein guter Anfang. Alles Weitere – wie Demut, Konzentration, Geduld, Ausdauer und Beharrlichkeit – kann man im Training entwickeln. Wenn du davon schon ein bisschen mitbringst, umso besser!
Wirklich lebendig wird Taiji, wenn du daraus eine eigene Praxis machst – indem du nicht nur im Kurs, sondern auch zu Hause übst. Du musst dafür nicht jeden Tag eine Stunde trainieren; gerade am Anfang können schon ein paar Minuten täglich einen großen Unterschied machen. Sie helfen dir dabei, die Unterrichtsinhalte in Körper und Geist lebendig zu halten – sodass die nächste Einheit auf der vorherigen aufbauen kann, statt wieder bei null anzufangen. Wir haben dafür eine eigene Seite mit Material, die dir den Einstieg ins Üben zu Hause erleichtert. So können sich alte Gewohnheiten nach und nach verändern und du verinnerlichst immer mehr von dem, was wir im Unterricht üben. Diese Kontinuität macht das Training auch viel lohnender.
Bequeme, lockere Kleidung reicht völlig aus. Wichtig ist, dass du dich gut bewegen kannst. Wir trainieren barfuß; du kannst aber auch Socken tragen, aber beachte, dass der Holzboden etwas rutschig sein kann. Schuhe sind im Trainingsraum nicht erlaubt.
Da wir auf relativ engem Raum trainieren, komm bitte mit sauberen Händen und Füßen, vermeide starkes Parfum oder Deodorant und lege Schmuck oder Accessoires ab, die dich oder andere ablenken oder beim Training stören könnten.
Wir geben uns Mühe, dass sich alle willkommen fühlen. Der Trainingsraum eignet sich eher für kleinere Gruppen, daher sind wir meist etwa 6 Leute im Training, selten mehr als 8. So hat jede und jeder genug Platz und Aufmerksamkeit. Es fühlt sich eher wie eine kleine, freundliche Gruppe an, die gemeinsam trainiert und dabei konzentriertes Arbeiten mit einer entspannten Atmosphäre verbindet. Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungsstufen trainieren in derselben Klasse: Egal ob du Anfänger:in oder schon länger dabei bist – von außen sieht das Training oft gleich aus. Von innen fühlt es sich mit der Zeit anders an: du entwickelst mehr Körpergefühl und Fähigkeiten und beginnst, dich auf andere Aspekte der Praxis zu konzentrieren.
Der Unterricht findet grundsätzlich auf Deutsch, Englisch oder in einer Mischung aus beidem statt – je nachdem, wer teilnimmt. Die im Unterricht verwendete Sprache passt sich dabei ganz natürlich an die Bedürfnisse der Teilnehmenden an. Während des individuellen Übens und bei Korrekturen kann ich bei Bedarf auch auf Französisch oder Italienisch weiterhelfen. Der gelegentliche Denglish-Ausdruck oder die gemeinsame Suche nach dem richtigen deutschen Wort gehören ebenfalls dazu!
Du kannst auf jeden Fall mehr Beweglichkeit, Stabilität und ein besseres Körperbewusstsein entwickeln – und dadurch eine gesunde und kräftige Haltung aufbauen und auch in der Bewegung beibehalten. Zusammen mit den mentalen Aspekten des Trainings und der Arbeit mit der Atmung kann das zu mehr innerer Ruhe und Selbstvertrauen führen. Wenn du dich regelmäßig auf Partnertraining einlässt, kannst du mit der Zeit auch grundlegende Selbstverteidigungsfähigkeiten entwickeln: Du wirst dadurch nicht unverwundbar, aber körperlich und mental schwieriger aus dem Gleichgewicht zu bringen.
All diese Qualitäten sind Teil des Gongfu: der Fertigkeit, die sich erst durch langfristiges Üben und Kultivieren entwickelt. Gongfu kann dir niemand einfach geben. Wir können dir die Toolbox dafür zeigen – erarbeiten musst du es dir selbst.
Nichts davon geschieht über Nacht. Diese Qualitäten entstehen ganz einfach durch den Trainingsprozess selbst: Je regelmäßiger du übst, desto mehr wirst du davon entwickeln und im Alltag spüren.
Naja, das sollte nicht deine Hauptmotivation ist – glaube nicht jedem Werbeversprechen rund um Taiji; Versprechen von Wunderwirkungen sind irreführend.
Trotzdem ist das Taiji-Training deutlich körperlich anspruchsvoller, als viele vermuten. Das Bild von Taiji als einer Aktivität, bei der man nie ins Schwitzen kommt, entspricht nicht der Realität. Taijiquan beinhaltet verschiedene Kräftigungsmethoden. Schon Stände, Grundübungen und Formen entwickeln unterschiedliche Ebenen körperlicher Kraft und sind dabei eigentlich eine besondere Art des Krafttrainings. In bestimmten Trainingsphasen können zusätzliche Geräte zur weiteren Kräftigung eingesetzt werden, mit positiven Auswirkungen auf die kämpferischen Fähigkeiten, die Gesundheit und das Verständnis von Taiji. Taiji hauptsächlich als Methode zum Abnehmen oder für einen Sixpack zu sehen, verfehlt aber den Punkt. Es ist viel mehr als ein Workout.