Taijiquan in Berlin und online

Chen Family Gongfu

Wie trainieren wir?

Unser Training besteht aus einem breiten Übungsspektrum und wird zu einem großen Teil solo durchgeführt. Die Soloarbeit besteht aus Aufwärmübungen, Qigong, Drills, Bein- und Schrittarbeit (bu fa), Stehübungen (zhan zhuang, dong zhuang), körperzentrierter Meditation und auch zwei Handformen (yi lu und er lu, erste und zweite Form). Die Form ist das Herzstück unseres Training. Dieser Bewegungsablauf kann als Kompendium von Techniken betrachtet werden, die nach und nach zu erlernen sind. Es ist auch das Basismaterial des Schülers, um gute Bewegungsgewohnheiten anzunehmen, sowie ein ideales Testfeld für unsere Körpermethode (shenfa). Tatsächlich hat das Gongfu der Chen-Familie strenge, aber sinnvolle körperliche Anforderungen und Prinzipien, die einfachen Handlungen wie Stehen oder Gehen Tiefe verleihen. Der andere Teil des Trainings besteht aus Partnerübungen, hauptsächlich Tuishou ("Push Hands" und seine vielen Routinen) und Kampfanwendungen. Das Partnertraining wird im Moment natürlich beiseite gelegt. Die zweite Form namens "Kanonenfaust" ist explosiver und wird traditionell (und logischerweise) nach der ersten Form gelernt.
Bei Bedarf und Wunsch des Schülers können Krafttrainingsübungen oder der Einsatz von Gegenständen (Bang, Dagan, Medizinball, Gewichtswesten, Gewichtsmanschetten etc.) empfohlen werden, um eine besondere Qualität zu entwickeln.

Der andere Teil des Trainings besteht aus Übungen mit einem Partner, vor allem den zahlreichen Routinen der „Push Hands“ (Tuishou), der Umsetzung von Kampfanwendungen aus der Form (Yongfa), dem Erlernen von Manipulationen, Gelenken und Sehnen (Qinna) und mehr oder weniger freier Kampf (Sanshou).

Entgegen der landläufigen Meinung geht es beim Üben von Taiji nicht nur um Entspannung – das Training kann anstrengend sein, wenn Sie möchten. Als solches kann es je nach körperlicher Verfassung, Bedürfnissen und Zielen des Schülers angepasst werden.

Das Basistraining konzentriert sich auf Ausrichtung und Koordination in statischer Haltung und in Bewegung. Die Basics (Jibengong) helfen, die notwendige Struktur in jedem Körper aufzubauen und stimulieren Propriozeption, Stabilität und Konzentration. Gleichzeitig arbeitet man daran, Verbindungen im ganzen Körper zu schaffen, alle Teile langsam zu einem Ganzen zu integrieren und das Körperzentrum (Dantian) als bewegende und treibende Kraft zu entwickeln, eine notwendige Bedingung für Shenfa. Ziel ist es, den Körper subtil zu formen und zu trainieren, um 1) immer verwurzelt und verbunden zu bleiben, 2) Kraft zu erzeugen, 3) mit einer ankommenden Kraft (z. B. der eines Gegners) umzugehen, und sie nicht nur zu erleiden.

Unser Gongfu besteht zuallererst aus einer körperlichen Methode und nicht aus einer einfachen Techniksammlung. Aber die Methode ist nicht abstrakt (obwohl sie erlernt werden kann, ohne sie in einem kriegerischen Kontext anwenden zu wollen): unzählige Techniken fließen aus der Methode selbst hervor. Eine Kampfmethode ergänzt die Bewegungsmethode. Mit der Zeit integriert die Praxis die Atemarbeit und wird innerer. Der Inhalt der Lehre ist traditionell und spiegelt das wider, was mir von Nabil Ranné übermittelt wurde – seine Lehre wurde ihm direkt von Chen Yu übermittelt.

Die Gründe zum Üben sind Legion!

Da das Training physisch und praktisch ist, können Sie Taiji praktizieren, a) um Ihren Körper nachhaltig zu stärken und zu verbinden, b) um neue Erkenntnisse über Bewegung zu gewinnen, c) als Kampfkunst, um eine gewisse Kraft, Körperstruktur und Selbstverteidigungsfähigkeiten zu entwickeln, oder einfach d) als "Präventivmedizin", um sich um Sie, Ihre Knochen, Muskeln, Gelenke, Faszien und anderes Bindegewebe zu kümmern.

Sie können auch Taiji praktizieren, e) um den Geist zu schulen und zu disziplinieren, Ruhe und Konzentration zu kultivieren, f) um alte chinesische Konzepte kennenzulernen, die aber heute verwendbar sind oder g) um zu lernen, gelassen zu sein, ohne die Handlungsfähigkeit zu verlieren. Das Bewusstseinstraining konzentriert sich auf Aufmerksamkeit, Intention/Vorstellungskraft, Entspannung, Atemarbeit, Proprio- und Interozeption.

Manche Leute wollen das Gesamtpaket und das ist großartig: Eines der Hauptziele des Taiji ist es, Körper und Geist zu trainieren und anzupassen, damit sie in Balance und in Einklang arbeiten bis sie eins sind. Wir sprechen von ganzheitlicher Praxis. Taiji hat genug Tiefe, um ein Leben lang zu beschäftigen, es kann ein faszinierender Begleiter für die persönliche Entwicklung werden.